Akkorde – Dur und Moll Barréakkorde Part 1

von Ben Madwitch

 

Auf Grundlage des Artikels Akkorde: Dur und Moll Dreiklänge in dem es um die theoretischen sowie praktischen Grundlagen von Dur- und Moll Akkorden ging, geht es in diesem Artikel um Dur und Moll Barréakkorde. Wobei es im Part 1 erstmal um Dur Barréakkorde geht. Wenn Du noch nicht mit den Grundlagen von Akkorden vertraut bist, empfehle ich Dir zunächst meinen oben genannten Artikel sorgfällig durch zu lesen und zunächst erstmal die dort beschriebenen Grundlagen von Dur- und Moll-Dreiklängen zu lernen.

 

Bevor wir starten, möchte ich Dich unbedingt noch auf etwas hinweisen!

Beim üben und spielen von Dur- und Moll Barréakkorde, wird deine Greifhand sehr beansprucht. Besonders wenn Du noch nicht lange E-Gitarre spielst und deine Sehnen noch nicht ausreichend gedehnt sind, kann es, bei Überbelastung deiner Greifhand, zu schmerzhaften und großen Schäden kommen. Ich rate Dir daher deine Greifhand vor dem üben, unbedingt auf zu wärmen. Gehe langsam an die Sache heran und höre sofort mit dem üben auf, wenn Du Schmerzen in Deiner Greifhand spürst! Dann wirst Du auch länger Spaß beim üben und spielen haben. :)

Aufgewärmt? Dann kann es losgehen!

 

Barréakkorde

Was sind eigentlich Barréakkorde? Das Wort „Barré“ kommt aus dem französischen und bedeutet soviel wie Stab, Stange oder Balken. Damit ist der Zeigefinger gemeint. Denn genau dieser greift immer – wie ein Stab – alle Saiten eines Bundes und bildet die Basis für den jeweiligen Barréakkord. Die restlichen Finger greifen dann die anderen Töne des Akkordes ganz normal. Um Dir eine Vorstellung zu geben wie das ganze in der Praxis aussieht, hier ein Bilder eines Barréakkordes:

Greifhand A Dur Akkord

In dieser Artikelserie beschränke ich mich zunächst auf Dur-und Moll-Dreiklänge. Somit ist der theoretische Hintergrund derselbe, wie in meinen ersten Artikel Akkorde: Dur- und Moll-Dreiklänge. Für Dur Akkorde benötigen wir also den Grundton (=Prime), die große Terz und die Quinte. Für Moll Akkorde den Grundton (=Prime), die kleine Terz und die Quinte.

 

Dur Barréakkorde

Die Grundlage bildet der E, C und A-Durakkord, die Du bereits in meinem ersten Artikel über Akkorde kennen gelernt hast.

Offene Dur Akkorde als Grundlage

Auch solltest Du noch wissen, dass diese Art von Akkorden auch als „Open Chords“ bezeichnet wird, da in jedem Akkord die Leersaite ein Bestandteil des Akkordes ist und somit ein sehr „offener“ Klang entsteht.

Fangen wir zu erst mit dem E-Dur Akkord an. Der Grundton (E) liegt auf der tiefen E-Saiten – dem „nullte“ Bund. Jetzt verschieben wir einfach den E-Dur Akkord auf den 5. Bund (= A) – also auf die 5. Lage –  der tiefen E-Saite, ohne das Greifschema zu verändern. Das heißt, alle Töne des E-Dur Akkordes werden um 5 Halbtöne / Bünde erhöht und schon hast Du einen A-Dur Barréakkord!

E und A Dur Akkord

Wie Du siehst verändert sich das Akkordschema nicht. Zu erst der Grundton (A), dann die Quinte (E), dann der Grundton eine Oktave höher, dann die große Terz (C#) und dann noch mal die Quinte und der Grundton jeweils eine Oktave höher. Genau dieses Akkordschema hatte wir auch beim E-Dur Akkord in der nullten Lage. Jedoch ändert sich jetzt beim A-Dur Barréakkord, das Fingerring (= gibt an welche Note von welchem Finger gespielt wird).

Beim offenen E-Dur Akkord hast Du nur 3 Finger (Zeige-, Mittel- und Ringfinger) benötigt, die restlichen Noten befanden sich jeweils auf den Leersaiten und mussten deshalb logischerweise nicht gegriffen werden. Jetzt beim A-Dur Barréakkord, benötigst Du 4 Finger. Dein Zeigefinger greift jetzt den 5. Bund auf allen Saiten – er bildet die Basis des Barréakkords. Mit Deinem Mittelfinger greifst Du jetzt das C# auf dem 6. Bund der G-Saite. Mit Deinem Kleinenfinger greifst Du das A auf dem 7. Bund der D-Saite und mit Deinem Ringfinger das E auf dem 7. Bund der A-Saite (siehe auch Bild & Grafik
oben).

Dieses „Akkordschema“ kannst Du jetzt auf alle Lagen Deines Griffbrettes verschieben (das gilt übrigens auch für alle anderen Akkorde). Wichtig ist, dass Du immer weißt, wo der Grundton für den jeweiligen Akkord liegt. In diesem Fall ist der Grundton der 1. Ton des Akkordes und liegt auf der tiefen E-Saite. Verschiebst Du den Akkord auf die 1. Lage (= 1. Bund), hast Du einen F-Dur Akkord. Verschiebst Du den Akkord auf die 8. Lage (= 8. Bund), hast Du einen C-Dur Akkord usw.

Genau so wie wir den E-Dur Akkord auf dem Griffbrett verschoben haben, verschieben wir jetzt den A-Dur von der nullte Lage auf die 5. Lage. Den C-Dur Akkord jedoch von der nullten auf die 2. Lage. Warum erfährst Du weiter unten.

Aus dem A-Dur Akkord, wird der D-Dur Barréakkord in der 5.Lage.

A und D Dur Akkord

 

D Dur Akkord

 

Aus dem C-Dur Akkord wird der D-Dur Barréakkord in der 2. Lage.

C und D Dur Akkord

 

D Dur Akkord 2. Lage

 

Wie Du festgestellt haben wirst, kannst Du den D-Dur Akkord auf der 5. und 2. Lage spielen. Natürlich kannst Du den D-Dur Akkord auch noch auf anderen Lagen spielen. In diesem Fall ist es allerdings so, dass Du den D-Dur Akkord in 2 verschiedenen Lagen spielst, der Grundton D jedoch immer am 5. Bund bleibt. Wenn Du genauer hinschaust, wirst Du sehen, dass die 2 D-Dur Akkorde andere Fingerrings haben und auch die Anreihung der einzelnen Akkordnoten anders ist.

Beim D-Dur Akkord in der 5. Lage kommt zu erst der Grundton, dann die Quinte, dann der Grundton eine Oktave höher, dann die große Terz und schließlich noch mal die Quinte eine Oktave höher. Beim D-Dur Akkord in der 2. Lage kommt zu erst der Grundton, dann die große Terz, dann die Quinte, dann der Grundton eine Oktave höher und noch mal die große Terz eine Oktave höher. Diese verschiedenen Anreihungen von Noten innerhalb des Akkordes nennt man „Voicing“. Wenn Du die beiden Akkorde spielst wirst Du auch klangliche Unterschiede bemerken.

Wie schon beim E-Dur Akkord erwähnt, kannst Du und sollst Du, diese Akkordschemen auf dem ganzen Griffbrett verschieben und üben.

 

Übrigens

Ich habe öfters das Wort „Lage“ erwähnt und möchte Dir deswegen eine kurze Erklärung dafür geben, wenn dieses Wort neu für Dich ist und Du nicht weißt was damit gemeint ist.

Wenn Du einen A-Dur Barréakkord am 5. Bund spielst, liegen die ersten Töne am 5. Bund. Richtig? Danach kommt der 6. und dann der 7. Bund, wenn Du von deinem Griffbrett von oben nach unten schaust. Das heißt, dass Du in der 5. Lage bist, da die ersten Töne in der 5. Lage sind. Wenn Du eine C-Dur Tonleiter am 8. Bund auf der tiefen E-Saite spielst, dann bist Du in der 8. Lage etc. Die Nummer werden in der Regel als römische Zahlen geschrieben z. B. V Lage oder II Lage.

 

In Part 2, in den es dann um Moll Barréakkorde geht, werde ich Dir auch mehrere Übungsbeispiele, die Dir das erlernen von Barréakkorden leichter machen, geben.

 

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